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Christine Bünemann ist ein Aktivposten beim SC VelpeSüd - Handarper Turnhalle ist wie ein zweites Zuhause Drucken E-Mail
Freitag, 17. März 2017 um 17:07 Uhr
Christine Bünemann an ihrem Lieblingsplatz. Seit mehr als 40 Jahren ist die Leiterin der Gymnastikabteilung im SC VelpeSüd aktiv – und bricht seitdem mit Vehemenz und Begeisterung Lanze um Lanze für den Breitensport in ihrem Verein. Foto: Ulrike HavermeyerKeine zwei Kilometer liegen die beiden Lieblingsplätze von Christine Bünemann voneinander entfernt: ihr beschauliches Elternhaus in Metten und die Handarper Turnhalle – für eine durchtrainierte Westerkappelnerin wie sie nicht mehr als ein Steinwurf. Von Ulrike Havermeyer

Keine zwei Kilometer liegen die beiden Lieblingsplätze von Christine Bünemann voneinander entfernt: ihr beschauliches Elternhaus in Metten und die Handarper Turnhalle – für eine durchtrainierte Westerkappelnerin wie sie nicht mehr als ein Steinwurf.

Seit mehr als 200 Jahren befinde sich das malerisch am Hang von Hollenbergs Hügel gelegene Fachwerkgehöft im Besitz ihrer Familie, erzählt Christine Bünemann. Die alten Eichenbalken sind frisch sandgestrahlt, hier und da wartet ein Pappkarton voller Zwischengelagertem geduldig darauf, gesichtet zu werden. „Wir sind gerade mitten am Renovieren“, erklärt die 59-Jährige beinahe entschuldigend.

Noch ist nicht alles eingerichtet – aber mal ehrlich: Wer würde sich in der rustikalen Atmosphäre des urigen Gebäudes nicht sofort wie zuhause fühlen? Christine Bünemann lächelt: „Ja, hier ist der Ort, an dem ich zur Ruhe komme und zufrieden bin.“ Mit einem wohligen Seufzer lässt sie sich in einem der Sessel nieder.

Durch die geöffneten Fenster dringt Vogelgezwitscher. Auf der neu angelegten Obstwiese knabbern die Kamerunschafe an den ersten frischen Grashalmen. Frühling auf dem Lande – ein schwer zu toppendes Kalenderbildidyll.

Auf dem Flachbildschirm im Hintergrund kämpft derweil Biathletin Laura Dahlmeier um ihren nächsten Erfolg. Und in der Küche nebenan backt Tochter Anne eifrig Kuchen – für die Fußballfrauen des BSV Brochterbeck, deren Co-Trainerin die ehemalige Kreisliga-Spielerin ist. „Der Sport hat schon immer das Leben unserer Familie geprägt“, sagt Christine Bünemann und schnürt sich die Turnschuhe zu. Ein schneller Blick in Richtung Fernseher: Laura Dahlmeier hat soeben den Gesamtweltcup eingesackt, Christine Bünemann nickt anerkennend – und dem Aufbruch zu Lieblingsplatz Nummer zwei steht nun nichts mehr im Wege.

Seit mehr als 40 Jahren ist die Leiterin der Gymnastikabteilung im SC VelpeSüd aktiv – und bricht seitdem mit nicht nachlassender Vehemenz und Begeisterung Lanze um Lanze für den Breitensport in ihrem Verein. Für ihre Übungsleiterkollegen und deren unermüdlichen Einsatz. Für das ehrenamtliche Engagement, das die Mitglieder zusammenschweißt. Und dafür, „dass jeder auch mal selbst den Hintern aus dem Sofa bekommt und etwas für die eigene Gesundheit tut.“

Nicht nur beherzte Worte – sondern vor allem auch konsequente Taten im Falle der sportbegeisterten Westerkappelnerin: Vollzeit als zahnmedizinische Fachangestellte im Ortskern beschäftigt, scheucht sie zudem regelmäßig drei Frauengruppen in der Handarper Turnhalle über Matten und Minitrampoline. „Klar mache ich bei den Übungen auch selbst mit“, lässt sie Zweifel erst gar nicht aufkommen, „darum bin ich ja auch durchaus fit.“

Im Sommer bietet sie wöchentlich eine kostenlose Nordic-Walking-Stunde auch für Nicht-Vereinsmitglieder an. „Ich finde das einfach wichtig“, sagt sie, „sich nicht nur sportlich, sondern auch sozial zu engagieren.“ Am sommerlichen Walken rund um Hollenbergs Hügel nähmen manchmal bis zu zwanzig Personen teil, freut sie sich.

So motiviert, wie Christine Bünemann nicht nur die Belange des SC VelpeSüd, sondern auch die des Fördervereins Freibad Bullerteich, dessen Kassiererin sie ist, vertritt, so frustriert reagiert sie auf ein in der Vereinslandschaft nicht unbekanntes Phänomen: „Es ist sehr schwer, die Leute zu aktivieren.“ Sei es in Sachen Vereinsmitgliedschaft, Amtsnachfolge oder regelmäßigem Engagement. „Uns Sportvereinen machen vor allem die Fitnessstudios zu schaffen“, stellt sie fest. Abgesehen von den flexibleren Trainingszeiten der Studios – „Aber wer geht da schon jeden Tag hin?“ – böte ein Sportverein viele Vorzüge: „Außer deutlich günstigere Mitgliedsbeiträge zu zahlen, schließt man sich im Verein ja oft einer netten Truppe an, die über viele Jahre zusammenbleibt und gemeinsam aktiv ist.“

Die Dienstagsdamen, die Christine Bünemann – sie wisse gar nicht mehr, wie lange schon – trainiert, sind so eine typisches, traditionelles Vereinsgewächs: „Ich sage meinen Frauen immer: Wir werden zusammen alt – in zwanzig Jahren treffen wir uns hier in der Handarper Turnhalle mit unseren Rollartoren.“ Doch auch dann wird Christine Bünemann die wackeren Seniorinnen in spe schonungslos weiter über die Minitrampoline dirigieren – „Es gibt extra Haltegriffe dafür“, denkt die rührige Westerkappelnerin gar nicht daran, sich und den Dienstagsdamen eine altersbedingte Entschuldigung für den Sportunterricht zu schreiben. 
 
Quelle: Westfälische Nachrichten, 14.03.2017
Zuletzt aktualisiert am Montag, 27. März 2017 um 18:14 Uhr